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Semaglutid ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, der zur Behandlung von Typ-2-Diabetes sowie – abhängig von der zugelassenen Indikation – bei Übergewicht oder Adipositas eingesetzt werden kann. Der Wirkstoff kann dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und das Sättigungsempfinden zu beeinflussen.
Erhöhte Blutzuckerwerte über einen längeren Zeitraum können das Risiko für Folgeerkrankungen erhöhen, unter anderem im Bereich von:
- Herz und Blutgefäßen
- Augen
- Nieren
- Nervensystem
Anwendung von Semaglutid
Injektionsbehandlung
Semaglutid-Injektionen werden in der Regel einmal pro Woche angewendet. Es empfiehlt sich, einen festen Wochentag und möglichst eine feste Uhrzeit zu wählen.
Die Injektion erfolgt subkutan (unter die Haut), beispielsweise in:
- den Bauch
- den Oberschenkel
- den Oberarm
Mögliche Wirkungen und Begleitmaßnahmen
Unter ärztlicher Begleitung kann Semaglutid dazu beitragen:
- die Blutzuckerkontrolle zu unterstützen
- das Hungergefühl zu beeinflussen
- das Risiko diabetesbedingter Folgeerkrankungen zu reduzieren
Die Wirkung kann individuell unterschiedlich ausfallen und hängt unter anderem von der persönlichen gesundheitlichen Situation sowie begleitenden Lebensstilmaßnahmen ab.
Mögliche Nebenwirkungen
Wie bei anderen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln können auch bei Semaglutid Nebenwirkungen auftreten.
Häufig berichtet werden unter anderem:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Magen-Darm-Beschwerden
Diese Beschwerden treten insbesondere zu Beginn der Behandlung auf und können sich im weiteren Verlauf abschwächen.
Bei gleichzeitiger Anwendung anderer blutzuckersenkender Arzneimittel kann zudem das Risiko für eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) erhöht sein. Mögliche Anzeichen können beispielsweise sein:
- Hungergefühl
- Zittern
- Schwitzen
- Schwindel
- Müdigkeit
- Herzklopfen
Bei Verdacht auf eine Unterzuckerung sollte zeitnah schnell verfügbarer Zucker aufgenommen und ärztlicher Rat eingeholt werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Während der Schwangerschaft wird die Anwendung von Semaglutid in der Regel nicht empfohlen. Für die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit liegen bislang nur begrenzte Daten vor.
Wenn Sie:
- schwanger sind,
- eine Schwangerschaft planen,
- oder stillen,
sollten Sie die Anwendung vorab mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke besprechen. Die Entscheidung erfolgt stets im Rahmen einer individuellen medizinischen Beurteilung.
Semaglutid ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff zur Senkung des Blutzuckerspiegels. Er gehört zur Gruppe der sogenannten GLP-1-Rezeptoragonisten beziehungsweise incretinbasierten Arzneimittel.
Diese Wirkstoffe können verschiedene Prozesse im Körper beeinflussen, unter anderem:
- die Insulinausschüttung nach Mahlzeiten
- die Freisetzung von Zucker aus der Leber
- das Hungergefühl und das Sättigungsempfinden
Semaglutid wird – abhängig von der jeweiligen Zulassung und der individuellen medizinischen Situation – unter anderem eingesetzt bei:
- Typ-2-Diabetes mellitus
- Übergewicht
- Adipositas
Übergewicht und gesundheitliche Risiken
Übergewicht und Adipositas können mit einem erhöhten Risiko für verschiedene gesundheitliche Beschwerden verbunden sein, beispielsweise:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Bluthochdruck
- Fettstoffwechselstörungen
- Typ-2-Diabetes mellitus
Eine Gewichtsreduktion kann dazu beitragen, diese Risiken zu verringern. Die Auswirkungen können individuell unterschiedlich sein.
Behandlung bei Übergewicht oder Adipositas
Die Grundlage der Behandlung von Übergewicht besteht in der Regel aus langfristigen Veränderungen des Lebensstils, insbesondere durch:
- eine ausgewogene und kalorienbewusste Ernährung
- regelmäßige körperliche Aktivität
- nachhaltige Verhaltensänderungen
Wenn diese Maßnahmen allein nicht ausreichen und eine entsprechende ärztliche Indikation vorliegt, kann Semaglutid als Teil eines ärztlich begleiteten Behandlungskonzepts in Betracht gezogen werden.
Wann kann Semaglutid verordnet werden?
Die Entscheidung über eine Behandlung erfolgt ausschließlich im Rahmen einer individuellen medizinischen Beurteilung.
Eine Verordnung kann unter anderem infrage kommen bei:
- einem Body-Mass-Index (BMI) ab 27 kg/m² in Kombination mit gewichtsassoziierten Begleiterkrankungen, wie beispielsweise Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Typ-2-Diabetes
- oder bei einem BMI ab 30 kg/m² ohne zusätzliche Begleiterkrankungen
Die Anwendung erfolgt ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht und unter Einhaltung der geltenden medizinischen Vorgaben.
Wie kann Semaglutid wirken?
Semaglutid kann das Sättigungsgefühl verstärken und das Hungergefühl beeinflussen. Dadurch kann die Nahrungsaufnahme reduziert werden.
Im Rahmen einer ärztlich begleiteten Behandlung kann dies zur Gewichtsreduktion beitragen. Die Wirkung und Verträglichkeit können individuell unterschiedlich sein und hängen unter anderem von der persönlichen gesundheitlichen Situation sowie begleitenden Lebensstilmaßnahmen ab.
Wie bei anderen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln können auch bei Semaglutid Nebenwirkungen auftreten. Art und Ausprägung können individuell unterschiedlich sein und hängen unter anderem von der Dosierung, der Aufdosierung sowie der persönlichen Verträglichkeit ab.
Häufig berichtete Nebenwirkungen
Folgende Beschwerden treten laut offizieller Gebrauchsinformation vergleichsweise häufig auf:
- Übelkeit
- Durchfall
- Verstopfung
- Bauchschmerzen
- Erbrechen
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit oder Erschöpfung
Insbesondere zu Beginn der Behandlung können Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Diese können sich im weiteren Verlauf der Behandlung abschwächen.
Gelegentlich auftretende Nebenwirkungen
In einigen Fällen wurden außerdem folgende Beschwerden berichtet:
Unterzuckerung (Hypoglykämie)
Das Risiko für eine Unterzuckerung kann erhöht sein, wenn Semaglutid zusammen mit anderen blutzuckersenkenden Arzneimitteln oder Insulin angewendet wird.
Mögliche Anzeichen einer Hypoglykämie sind unter anderem:
- Hungergefühl
- Stimmungsschwankungen
- Konzentrationsstörungen oder Verwirrtheit
- Schwindel
- Müdigkeit
- Zittern
- Schwitzen
- Herzklopfen
- verschwommenes Sehen
- blasse Haut
Weitere mögliche Beschwerden
- Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Blähungen oder Magenreizungen
- verminderter Appetit
- Gewichtsverlust
- Schwindel
- Haarausfall
- Gallensteine oder Beschwerden der Gallenblase
- Hautreaktionen wie Ausschlag, Juckreiz oder Nesselsucht
- Reaktionen an der Injektionsstelle, beispielsweise Rötungen oder Hautreizungen
- Veränderungen des Geschmacksempfindens
- niedriger Blutdruck
- leicht erhöhte Herzfrequenz
Seltene, aber medizinisch relevante Risiken
In seltenen Fällen wurde über eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) berichtet.
Bitte wenden Sie sich umgehend an eine Ärztin oder einen Arzt, wenn während der Behandlung starke oder anhaltende Bauchschmerzen auftreten, insbesondere wenn diese mit Übelkeit oder Erbrechen verbunden sind.
Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?
Bitte kontaktieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn:
- Nebenwirkungen stark ausgeprägt sind,
- Beschwerden länger anhalten,
- oder Sie sich wegen möglicher Nebenwirkungen Sorgen machen.
Die Beurteilung erfolgt stets im Rahmen einer individuellen medizinischen Einschätzung.
Nebenwirkungen können außerdem an die zuständigen nationalen Meldestellen für Arzneimittelsicherheit in Deutschland gemeldet werden, beispielsweise an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
Bitte beachten Sie stets die Dosierungsangaben auf dem Etikett Ihrer Apotheke sowie die Anweisungen Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihres behandelnden Arztes.
Anwendung als Injektion
Die Injektionslösung befindet sich in einem vorgefüllten Pen. Lesen Sie zusätzlich die Gebrauchsanweisung in der Verpackung sorgfältig durch.
Die Injektion erfolgt subkutan, also direkt unter die Haut. Geeignete Injektionsstellen sind beispielsweise:
- der Bauch
- der Oberschenkel
- der Oberarm
In der Regel erhalten Sie vor Beginn der Behandlung eine Einweisung zur sicheren Anwendung des Pens. Häufig wird die Injektion selbst durchgeführt oder durch eine angeleitete Person aus dem persönlichen Umfeld unterstützt.
Hinweise zur Injektionsstelle
Sollten an der Injektionsstelle Hautreizungen, Rötungen oder Ausschlag auftreten, kann es sinnvoll sein, die Injektionsstelle regelmäßig zu wechseln. Dadurch können lokale Hautreaktionen möglicherweise reduziert werden.
Wann sollte die Injektion erfolgen?
Semaglutid wird üblicherweise einmal pro Woche angewendet.
Es empfiehlt sich:
- einen festen Wochentag auszuwählen
- und möglichst eine feste Uhrzeit beizubehalten
Dies kann dabei helfen, die Anwendung regelmäßiger durchzuführen und vergessene Dosen zu vermeiden.
Die Injektion kann grundsätzlich unabhängig von Mahlzeiten erfolgen, also:
- vor dem Essen
- während des Essens
- oder nach dem Essen
Änderung des Injektionstags
Wenn Sie den gewählten Wochentag ändern möchten, sollte zwischen zwei Injektionen ein Abstand von mindestens 3 Tagen liegen.
Die genaue Anwendung und Dosierung erfolgt ausschließlich im Rahmen einer ärztlich begleiteten Behandlung und unter Einhaltung der geltenden medizinischen Vorgaben.
Es ist wichtig, dieses verschreibungspflichtige Arzneimittel entsprechend der ärztlichen Verordnung anzuwenden. Wenn Sie eine Injektion vergessen haben, gelten in der Regel folgende Hinweise:
Bei Anwendung als Injektion
- Liegen bis zur nächsten regulären Anwendung noch 2 Tage oder mehr?
Dann können Sie die vergessene Dosis nachträglich injizieren. Die nächste Dosis verwenden Sie anschließend wieder zum gewohnten Zeitpunkt. - Liegen bis zur nächsten regulären Anwendung weniger als 2 Tage?
Dann sollten Sie die vergessene Dosis auslassen und die nächste Injektion zum üblichen Zeitpunkt anwenden.
Verwenden Sie keine doppelte Dosis, um eine vergessene Anwendung auszugleichen.
Wenn Sie unsicher sind, wie Sie nach einer vergessenen Dosis vorgehen sollen, empfiehlt sich eine Rücksprache mit Ihrer behandelnden Ärztin, Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Apotheke.
- Liegen bis zur nächsten regulären Anwendung noch 2 Tage oder mehr?
Schwangerschaft
Wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder vermuten, sollten Sie vor der Anwendung unbedingt mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke sprechen.
Die Anwendung von Semaglutid oder Tirzepatid wird während der Schwangerschaft in der Regel nicht empfohlen. Zur Anwendung in der Schwangerschaft liegen bislang nur begrenzte Daten vor. Informieren Sie daher frühzeitig Ihr behandelndes medizinisches Fachpersonal, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen.
Werden Sie während der Anwendung dennoch schwanger, sollten Sie sich zeitnah an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt wenden.
Bei geplantem Kinderwunsch wird häufig empfohlen, das Arzneimittel bereits etwa 1 bis 2 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft abzusetzen. Die genaue Vorgehensweise sollte individuell ärztlich abgestimmt werden.
Patientinnen mit Diabetes mellitus sollten während der Schwangerschaft engmaschig ärztlich betreut werden. Starke Schwankungen des Blutzuckers können Risiken für die werdende Mutter sowie für die Entwicklung des ungeborenen Kindes mit sich bringen.
Stillzeit
Wenn Sie stillen oder stillen möchten, empfiehlt sich ebenfalls eine ärztliche oder pharmazeutische Beratung vor der Anwendung.
Derzeit ist nicht ausreichend bekannt, ob Semaglutid oder Tirzepatid in die Muttermilch übergehen oder Auswirkungen auf das gestillte Kind haben können. Abhängig von Ihrer persönlichen Situation kann geprüft werden, ob eine alternative Behandlung infrage kommt oder andere Ernährungsmöglichkeiten für das Kind sinnvoll sind.
Wenn die Behandlung mit Semaglutid oder Tirzepatid beendet wird, kann es sein, dass das Körpergewicht im Verlauf wieder zunimmt. Wie stark sich dies auswirkt, kann individuell unterschiedlich sein und hängt unter anderem von Ernährung, Bewegung, Stoffwechselsituation und begleitenden Maßnahmen ab.
Bei vielen Patienten ist eine längerfristige, ärztlich begleitete Behandlung Teil des medizinischen Gesamtkonzepts zur Behandlung von Übergewicht oder Adipositas.
Möchten Sie die Anwendung beenden oder pausieren, sollten Sie dies vorab mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt besprechen. So kann gemeinsam beurteilt werden, welche Vorgehensweise in Ihrer persönlichen Situation medizinisch sinnvoll ist.
Diese Informationen basieren auf öffentlich zugänglichen Arzneimittelinformationen, offiziellen Gebrauchsinformationen sowie wissenschaftlichen Quellen wie medizinischen Leitlinien und Fachliteratur.
Die Inhalte wurden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Dennoch kann keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder Fehlerfreiheit übernommen werden. Die Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen medizinischen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung.
Maßgeblich sind stets die aktuelle Fachinformation und die offizielle Packungsbeilage des jeweiligen Arzneimittels.
Die behördlich geprüfte Packungsbeilage finden Sie unter anderem über das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), die European Medicines Agency (EMA) oder die offiziellen Arzneimittelinformationsportale der Hersteller.