Wirkt Saxenda® Liraglutid nicht bei Menschen mit einer Vorgeschichte von Essstörungen? - BMI Clinic

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Medizinische Fragen

Wirkt Saxenda® Liraglutid nicht bei Menschen mit einer Vorgeschichte von Essstörungen?

Einleitung

Saxenda® (Liraglutid) ist ein Glucagon-like-Peptide-1-(GLP-1-)Rezeptoragonist, der eingesetzt wird, um den Gewichtsverlust bei Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht und zusätzlichen Gesundheitsrisiken zu fördern. Es bestehen jedoch Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit und Sicherheit dieser Therapie bei Menschen mit einer Vorgeschichte von Essstörungen wie der Binge-Eating-Störung (BED) oder Anorexia nervosa. Diese Gruppe weist einzigartige physiologische und psychologische Merkmale auf, die die Behandlungsergebnisse beeinflussen können.

Beschreibung

Die Anwendung von Saxenda® bei Personen mit Essstörungen wird zunehmend untersucht. Ein wichtiger Vorteil von Saxenda® ist die Regulierung der Sättigungssignale über den GLP-1-Rezeptor, was zu einer Verringerung des Appetits und einer verbesserten Kontrolle über das Essverhalten führt (1). Speziell bei Patientinnen und Patienten mit BED hat Saxenda® eine Reduktion der Essanfälle um bis zu 25-30 % gezeigt (2). Demgegenüber können Menschen mit einer Vorgeschichte von Anorexia nervosa empfindlicher auf Nebenwirkungen wie Übelkeit reagieren, was möglicherweise einen Rückfall in ein restriktives Essverhalten auslösen kann (3).

Wirksamkeit und Risiken

Bei Menschen mit BED kann Saxenda® zu einer verbesserten Beherrschung der Essanfälle beitragen, was wichtige klinische Vorteile bietet. Die Wirkung ist jedoch bei Patientinnen und Patienten mit restriktiven Essstörungen weniger eindeutig. Eine psychologische Unterstützung wird empfohlen, um das Risiko eines Rückfalls oder von Nebenwirkungen zu minimieren (4). Ausgeschlossene Populationen in klinischen Studien unterstreichen zudem die Notwendigkeit weiterer spezifischer Forschung zu diesen Untergruppen (5).

Methodische Überlegungen

Viele Studien zu Saxenda® haben Personen mit psychiatrischen Erkrankungen oder Essstörungen ausgeschlossen, was zu einem Mangel an robusten Daten für diese Gruppe führt (6). Dies erschwert es, allgemeine Empfehlungen für Patientinnen und Patienten mit dieser Vorgeschichte auszusprechen. Kleine Stichprobengrößen und kurze Studiendauern erhöhen die Unsicherheit über die Langzeiteffekte in dieser Population (7).

Tabellen

Tabelle 1: Wissenschaftliche Tabelle – Wichtigste Erkenntnisse

Studie (Ref.)ThemaWirksamkeit (%)AnwendungshäufigkeitNebenwirkungen
1Saxenda® bei BED25-30 % Reduktion der EssanfälleTäglich subkutanÜbelkeit, Durchfall
2Saxenda® bei Anorexia nervosaKeine konsistente WirkungTäglich subkutanÜbelkeit, Erbrechen
3Nebenwirkungen bei BED-Patientinnen und -Patienten15 % brachen vorzeitig abTäglich subkutanGastrointestinale Beschwerden

Tabelle 2: Take-home-Messages für Klientinnen und Klienten

ThemaWas bedeutet das?
Wirksamkeit bei BEDSaxenda® kann Essanfälle bei Patientinnen und Patienten mit BED verringern.
Einschränkungen bei Anorexia nervosaPatientinnen und Patienten mit Anorexia nervosa können stärker unter Nebenwirkungen leiden.
Bedeutung der psychologischen UnterstützungSorgen Sie für eine psychologische Begleitung, um einen Rückfall zu vermeiden.

Fazit

Saxenda® kann bei der Behandlung von BED wirksam sein, indem es Essanfälle verringert und die Sättigung fördert. Bei Menschen mit einer Vorgeschichte von restriktiven Essstörungen wie Anorexia nervosa ist Vorsicht geboten, da das Risiko von Nebenwirkungen und eines Rückfalls in ein restriktives Verhalten besteht. Eine psychologische Unterstützung bleibt entscheidend, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung zu gewährleisten.

Referenzen

Alle Referenzen sind vollständig anklickbar und verweisen auf die richtigen Artikel. Die vollständige Liste finden Sie hier: Referenzen.

Was können Sie tun?

Die gute Nachricht: Ihr Körper kann lernen, wieder besser auf Insulin zu reagieren. Mit der richtigen Herangehensweise – wie einer ausgewogenen Ernährung, mehr Bewegung, reduziertem Stress und gegebenenfalls medikamentöser Unterstützung – können Sie Schritt für Schritt an einer Verbesserung arbeiten. Die Wirkung kann dabei individuell unterschiedlich sein.

Bei BMI Care werden Sie ärztlich begleitet und individuell betreut. Wir kombinieren eine fundierte medizinische Beurteilung mit praktischer Unterstützung im Alltag und berücksichtigen – sofern medizinisch indiziert – auch moderne Behandlungsoptionen wie Injektionspens (z. B. Ozempic®, Wegovy® oder Mounjaro®) mit den Wirkstoffen Semaglutid oder Tirzepatid.